Kultur und Demokratie

Kulturelle Demokratie beginnt nicht beim bloßen Zugang zu Kunst, sondern dort, wo unterschiedliche Gruppen Gesellschaft mitgestalten und Konflikte öffentlich austragen können. Monika Mokre im Gespräch mit Stefanie Fridrik über die politische Bedeutung kultureller Teilhabe, die Rolle freier Kulturarbeit und die Frage, was demokratische Öffentlichkeit in Österreich heute trägt – und was sie zunehmend gefährdet.
Kultur stärkt Demokratie nicht automatisch – sie muss selbst demokratisch organisiert sein. Lars Ebert fragt, wie kulturelle Teilhabe, Repräsentation und Entscheidungsmacht neu gedacht werden können, damit Kultur mehr ist als Angebot oder Standortfaktor. Aber vor allem zeigt er auf, warum Cultural Leadership dort beginnt, wo Kulturpolitik soziale Wirkung, kulturelle Rechte und gemeinschaftliches Handeln ernst nimmt.
Kulturelle Demokratie braucht mehr als Beteiligung und Offenheit: Sie braucht die Fähigkeit, Konflikte auszuhalten und demokratisch auszutragen. Wie spielen dabei Gefühle, Machtverhältnisse und politische Wirksamkeit zusammen? Warum ist Konsens allein keine tragfähige Antwort auf gesellschaftliche Spannungen? Der „Konfliktmuskel“ als Bild für eine Kulturpraxis, die Widerspruch nicht vermeidet, sondern als demokratische Übung ernst nimmt.
Wirkung lässt sich nicht auf Besucher*innenzahlen oder verkaufte Tickets reduzieren. Stefan Schöggl zeigt auf, wie kulturelle Teilhabe als Beitrag zu Demokratieförderung greifbar gemacht werden kann, ohne Kunst und Kultur zu Instrumentalisieren. Eine praxisnahe Orientierung, wie Wirkungsziele, Datenerhebung und politische Argumentation zusammengedacht werden können – oder vielfach eher könnten.
Werbesujet mit Fotos von Yvonne Gimpel und Monika Mokre sowie den Eckdaten der Veranstaltung In dieser Lunch Lecture stellen Yvonne Gimpel und Monika Mokre die neue Ausgabe des IG Kultur Magazins vor, die von diesen Fragen ausgeht und unterschiedliche Perspektiven auf das Verhältnis von Kultur, Demokratie und gesellschaftlicher Transformation versammelt. Beide sind Autorinnen des Magazins, Yvonne Gimpel zudem Teil der Redaktion. Jetzt zum Nachschauen und als Nachlese.
Foto von Renata Moraes auf Unsplash Trägt eure Arbeit zur Verteidigung und Stärkung demokratischer Teilhabe online oder offline bei? Habt ihr Interesse, eure Arbeit und Erfahrungen bei einer internationalen Konferenz zu präsentieren? Dann bewerbt euch für die Teilnahme an der Jahreskonferenz der ENCC von 20. bis 22. Mai 2026 in Lissabon, Portugal. Die IG Kultur Österreich übernimmt für zwei Mitglieder Reise- und Teilnahme­kosten.
Interesse an einem Job-Training bei einer Kulturinitiative im Ausland und einem 5-tägigen Weiterbildungstraining zu „Reimagining Democracy“ in Tampere/Finnland? Dann bewerbt euch bei LIGHTS ON, dem Mitarbeiter*innen-Austauschprogramm für Kulturarbeiter*innen U35 der ENCC. Bewerbungsfrist ist der 23. Jänner 2026. Online Info-Session dazu am 15. Jänner.
Plakat mit Ankündigung der ENCC Konferenz "Against the Tide" vor einem verfallenen Fabriksgebäude  – September 2025, Kotor / Montenegro, Was kann der Kulturbereich tun, wenn demokratische Grundlagen ins Wanken geraten? Der Versuch einer europäischen Einschätzung von Vittorio Bianco, Kulturarbeiter und aktueller Präsident des Europäischen Netzwerks kultureller Zentren, anlässlich der aktuellen Jahreskonferenz unter dem Motto „Gegen den Strom“.